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Vobiko 4.80

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Foto - Spezial: Infrarotfotografie - Die erste Aufnahme

Die erste Aufnahme

Das ist ein weites Feld. Fotos wirken in "Infrarot" anders als in "Natur". Fotos von Gebäuden, Wegen, Brücken, Treppen u.ä. in Zusammenhang mit Mutter Natur wirken am besten. Einfach ausprobieren! In die Literatur gucken! Besonders gefallen mir Infrarotbilder von Simon Marsden (er hat Infrarotfilm benutzt) über englische Spukschlösser. Eine wahrhaft fantastische Bildreihe (mal googeln...)

Untenstehende Bilder zeigen zum Vergleich eine gleiche Szene ohne IR Filter und mit IR Filter + Nachbearbeitung. Die in der farbigen Aufnahme eher banal wirkende Treppe führt plötzlich ins "Blau". Infrarot-Fotografie verlangt also einen etwas anderen Blickwinkel.

Treppe Treppe zum Blau

So, dann gehen wir mal raus in die Natur und starten unsere ersten Versuche!

Vorbereitungen zur ersten Aufnahme

Sonne, Licht und Wärme

Kloster Himmelpfort

Obenstehendes Foto entstand bei warmen Sommerwetter. Die Sonne sollte nicht senkrecht stehen, sondern durch die Blätter der Bäume fluten und zwischen 45 und 315 Grad zur optischen Achse unseres Objektivs stehen. Am besten eignen sich die lauen Abendstunden eines schönes Sommertages. Die Blätter stehen gut im Saft und reflektieren das Infrarot-Licht hervorragend.

Weißabgleich

Ganz wichtig ist der Weißabgleich, um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten. Das gilt ganz besonders für den Fall, dass wir nicht RAW fotografieren, sondern JPEG. Dann kann der Weißabgleich nicht nachträglich korrigiert werden! Mit der Automatik kommen wir hier nicht weiter, es sei denn, wir wollen knallrote Bilder unser Eigen nennen.

TIPP! Verwenden Sie Sorgfalt auf den Weißabgleich. Je genauer der Weißabgleich sitzt, desto weniger Nacharbeit ergibt sich später. Ein blauer Himmel beim Farbinfrarot geht nur mit passendem Weißabgleich!

Hier ein Beispiel für ein Bild mit gutem "IR-Weißabgleich" (jpg aus der Kamera, unbearbeitet). In der einen Wolke und in Teilen der Uferbüsche sind sogar leichte Überbelichtungen zu erkennen, die aber nicht stören.

IR Weißabgleich

Gute Kameras (wie z.B. Nikon D70) bieten die Möglichkeit an, den Weißpunkt durch das Messen des vorherrschenden Lichtes einzustellen. Und genau dass sollten wir tun. Es bieten sich auf jeden Fall Laubbäume, Wiesen oder die obligatorische Graukarte an. Ich bevorzuge die grüne Wiese. Wichtig ist, beim Abgleich mindestens 1-2 Sekunden zu belichten, da wir auch unsere Aufnahmen später so lange belichten werden. Belichten wir beim Einmessen zu kurz, können wir später einen Farbstich haben.

Ganz kurz wie es geht (Beispiel Nikon D70)

  • WB Taste drücken, gedrückt halten und mit dem hinteren Einstellrad auf die Einstellung PRE wählen.
  • WB Taste loslassen und erneut für ca. 2 Sek drücken, bis PRE im LCD Display blinkt.
  • In den manuellen Modus schalten, Belichtungszeit von ca. 1 Sek und Blende 7.1 einstellen.
  • Auslösen und auf OK Signal warten.
  • Fertig!

Der richtige Weißabgleich ist entscheidend für das spätere "Abschneiden" unserer Aufnahme. Ein Farbstich lässt sich schwer entfernen. Fotografieren wir in RAW interessiert uns der Weißabgleich nicht. Allerdings lassen einige Programme den Weißabgleich bis zur "IR-Grenze" nicht zu, sodass wir hier von Hand oder Pipette nachhelfen müssen!

Es wird ernst: Aufnahme!

Kleiner Tipp: Die Einstellung des Bildausschnitts erledigen wir ohne Infrarotfilter. Wir sehen nämlich sonst nichts im Sucher. Und ganz wichtig: Wir sollten unbedingt eine Belichtungsreihe machen (ob per Bracketing oder von Hand spielt keine Rolle)!

Ich benutze oft Blende 7.1 oder kleiner (bis 16) und beginne mit einer Belichtungszeit von 1 Sekunde. Man kann ziemlich genau am Monitorbild erkennen, ob die Aufnahme richtig belichtet wurde. Zeigen sich (D70 spezifisch) cyan-eingefärbte Bereiche, haben wir es mit der Belichtungszeit zu gut gemeint, gibt es keine "Cyano" Bereiche, können wir die Belichtungszeit weiter erhöhen. Andere Kameras bieten das berühmte Blinken überbelichteter Bereiche an. Die Kontrolle des Histogramms ist ebenso von Vorteil: Kein Klipping zulassen! Klipping sieht im Histogramm so aus (am rechten Rand gehen Informationen verloren):

Histogramm

Lieber zu wenig als zu reichlich belichten! Bei Überbelichtung droht der Wood-Effekt zuzuschlagen: Blätter und Wolken laufen zu.