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Foto - Spezial: Naturfotografie: Blau-Grüne Mosaikjungfer

Die Blau-Grüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) kann man gut an warmen Sommertagen ab Mitte Juni / Anfang Juli beobachten. Besonders in der Nähe von stehenden (oder ganz langsam fließenden Gewässern) ist die blau-grüne Libelle, die zu den Großlibellen zählt, meist fliegend anzutreffen. Sie wurde 2012 zur Libelle des Jahres gekürt.

Hinweis in eigener Sache: Falls es sich bei den abgebildeten Libellen nicht um die blau-grünbe Mosaikjungfer handelt, freuen wir uns über eine Benachrichtigung!

Aussehen

Die blau-grüne Mosaikjungfer hat nur kurze Antennen. Der Körper ist schwarz oder braun mit grünlichen Flecken, auf dem Rücken kann man zwei größere ovale, ebenfalls grünliche Flecken entdecken.
Die Libelle kann eine Flügelspannweite bis zu 11 cm erreichen. Das ist schon beeindruckend!

Verbreitung

Die Blau-Grüne Mosaikjungfer hält sich während der Paarungszeit in der Nähe von Gewässern auf. Bei Hunger und außerhalb der Paarungszeit trifft man sie aber auch in Waldlichtungen und offenen Terrain an. Die Larve der Libelle, die im Frühjahr des nächsten Jahres schlüpft, lebt im Wasser.

Kopf einer blau-grünen Mosaikjungfer im Flug

Speiseplan

Die erwachsenen Libellen fangen ihre Beute im Flug, meist andere Fluginsekten. Dazu wird die Beute mit dem vorderen Beinpaar ergriffen (siehe obiges Foto!) und meist sogar während des Fluges gleich verspeist. Das nenne ich Fastfood! Die Komplexaugen der Blau-Grünen Mosaikjungfer erlaubt es den Libellen, gleichzeitig in verschiedene Richtungen zu sehen. Außerdem kann das Augenpaar bewegt werden (als komplexes Ganzes...)

Die Larve der Libelle lebt räuberisch und fängt mit ihrer Fangmaske alles, was überwältigt werden kann. Im späteren "Larvenalter" gehören sogar kleine Fische auf den Speiseplan.

Larvenstadium und Umwandlung

Die Larve lebt je nach Nahrungsangebot 1-3 Jahre unter Wasser. Sie steigt in warmen Nächten (Juli / August) an Stängeln von Wasserpflanzen empor. Am nächsten Morgen platzt die Haut des Körpers der Larve auf und die Libelle schiebt sich rückwärts hinaus (leider ist mir ein Foto dieses Momentes noch nicht geglückt). Der Vorgang wird kurz unterbrochen, wenn alle Beine an der frischen Luft sind, um diese zu auszuhärten. Sind die Beine ausgehärtet, dreht sich die Libelle und zieht dabei den Rest des Körpers aus der Larvenhaut. Die zunächst noch flugunfähige Libelle benötigt jetzt noch einige Zeit (1-3 Stunden) bis der Körper und die Flügel voll ausgeprägt sind. Dann erhebt sie sich zum Jungfernflug auf einen nahen Baum, um die Haut weiter zu trocknen. Nach einigen Tagen hat die Libelle dann auch die typische Farben.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt in den Monaten Juli / August. Wenn ein Männchen ein Weibchen entdeckt hat, ergreift es dieses mit seinen Hinterleibszangen und bildet mit dem Weibchen das bekannte Rad. Übrigens ist dieser Vorgang wichtig, da das Rad nur gebildet werden kann, wenn das "Werkzeug" dazu passt. Somit ist sichergestellt, dass keine Kreuzungen usw. passieren und die Art erhalten bleibt.

Während das Rad ausgebildet ist, säubert das Männchen die Spermienkammer des Weibchens. Später wird das Weibchen argwöhnisch überwacht, dass ja kein fremdes Sperma in die Kammer gelangt. So erfolgt die Eiablage manchmal mit festgeklammerten Männchen oder das Männchen schwebt bei der Eiablage über dem Weibchen. Eifersucht ...

Die Eier werden meist unter dem Wasserspiegel an Stengel oder verrottenden Holz in eine "eingesägte" Öffnung abgelegt. Die Larven schlüpfen im nächsten Frühling.

Blau-Grüne Mosaikjungfer im Flug

Fotografie

Die Blau-Grüne Mosaikjungfer ist leicht zu finden, aber nicht leicht zu fotografieren. Sie ist ständig in der Luft! Es lohnt sich, das Flugmuster der Libelle zu studieren, da sich dieses oft wiederholt. Meist haben die Insekten auch ein Lieblingsplätzchen in der Luft, wo sie für 1 Sekunde verharren. Das ist unsere Chance!

Für Aufnahmen im Flug sollte man alle Paramer vorher einstellen, man hat sonst keine Zeit!

Brennweite: beste Erfahrungswerte mit ca. 135 mm (90mm mit 1,5x Verlängerung)
Belichtungszeit: mind. 1/1250 Sek

Um die oberen Werte zu erreichen, sollte man also ein "schnelles" Teleobjektiv einsetzen. Die beiden Bilder der Insekten im Flug sind mit dem 90mm 1:2,8 Tamron Makro-Objektiv entstanden, mit einem 1,5x Extender von Kenko. Als Kamera dienste eine D70 von Nikon. Ja, die hatte 6 Megapixel!

Zuerst studiert man die Flugsequenz der Mosaikjungfer und positioniert sich entsprechend. Es wird vorfokussiert und der Fokus steht auf kontinuierlich oder manuell! Die Serienbildfunktion ist ebenfalls "on"! Übrigens hilft es, mit zwei Augen zu arbeiten. Ein Auge verfolgt die Libelle und mit dem anderen schaut man gleichzeitig durch den Sucher. Ein Verfolgen einer blau-grünen Mosaikjungfer nur durch den Sucher ist fast unmöglich!

Im richtigen Moment drückt man dann auf den Auslöser und schießt eine Serie. Übrigens: Vorher mit einer Probeaufnahme die Belichtung prüfen!

Viel Spaß und daran denken: Naturfotografen schützen die Natur!