somv_2009-07-25_09-50-45.jpg

Vobiko 4.80

Vobiko hat den Versionsstand 4.80 erreicht! Gleich mal ausprobieren!

HomeHautflüglerSandwespe

Foto - Spezial: Naturfotografie: Sandwespe

Wissenschaftlicher Name: Ammophila sabulosa (Linnaeus, 1758)

Aussehen und Verbreitung

Sandwespen gehören zu den Hautflüglern und können eine Körperlänge von 16 bis 24 Millimetern erreichen (die Männchen bleiben etwas kleiner, die müssen ja auch keine Brutpflege betreiben).

Sandwespen treffen wir häufig dort an, wo die Vegetation eher spärlich wächst, also zum Beispiel auf trockenen Böschungen, Magerwiesen (wie die im Foto zu sehende Sandwespe), Hauptsache, es ist irgendwie sandig. Sandwespen treten nicht gehäuft auf, haben aber ein großes Verbreitungsgebiet.

Sandwespe (Ammophila sabulosa) Sandwespe (Ammophila sabulosa) Sandwespe (Ammophila sabulosa)

Erwachsene Sandwespen leben von Pollen, die Larven werden aber mit Raupen gefüttert. Dabei werden unbehaarte Raupen bevorzugt. Brutpflege findet zwar keine statt, trotzdem fasziniert die "Brutvorpflege" (Brutfürsorge) der Sandwespe. Übrigens gibt es andere Sandwespenarten, die auch Spinnen "verfüttern".

Vermehrung / Eiablage

So läuft die Eiablage und die Brutvorsorge ab:

1. Zuerst gräbt die Sandwespe eine Röhre in den Sand. Laut Literatur soll diese zwischen 5 - 20cm tief sein. Wir haben aber nicht nachgemessen.

2. Der Sand wird dabei zwischen den Mandibeln und dem ersten Beinpaar eingeklemmt und säuberlich in breitem Bogen weggeworfen. Ein Kraterrand entsteht so nicht, es fällt nicht einmal auf, dass hier "Abraum" liegt.

3. Die Sandwespe fliegt nun auf, um eine möglichst große Raupe als erste Mahlzeit für ihre Nachkommen zu erbeuten. Diese wird mit einem Stich gelähmt und zum Nest getragen oder gezogen. Zum Fliegen reicht es meist nicht, jedenfalls haben wir noch keine fliegende Sandwespe mit Raupe gesehen.

4. Die Raupe wird in das gegrabene Loch hinabgezogen und die Eier direkt an die Raupe gelegt. Die schlüpfenden Sandwespenlarven ernähren sich dann von der Raupe.

5. Nun erfolgt das sorgfältige Verschließen der Röhre. Dazu werden Steine verwendet (unsere Sandwespe hier benutzte auch ein kleines Stückchen Holz). So wird verhindert, dass der Sand nachrutscht. Anschließend wirft die Sandwespe Sand auf diese Verschlusssteine, bis die Röhre vollständig bedeckt ist. So wird sie unsichtbar.

Sandwespe (Ammophila sabulosa) Sandwespe (Ammophila sabulosa) Sandwespe (Ammophila sabulosa)

Fotografie (mit "stichhaltigen" Argumenten)

Sandwespen (Ammophila sabulosa (Linnaeus, 1758) sind leicht zu entdecken (zumindest auf den Blüten). Sie sind nicht scheu und lassen sich durch sachte Bewegungen mit dem Fotoapparat auch nicht aus der Ruhe bringen.

Da Sandwespen eine beachtliche Länge entwickeln, lohnt es sich, sich über die Art der Perspektive Gedanken zu machen. Schließlich bietet das Makroobjektiv nur eine begrenzte Schärfentiefe! Wenn alles scharf sein soll, dann geht es nur so: Frontal von vorn (Augenpartie) oder genau von der Seite, um das ganze Tier abzubilden.

Um die Sandwespe bei der Eiablage und der Zeremonie mit der Raupe zu beobachten, benötigt man vier Dinge: Geduld, Geduld, Geduld und ein wenig Glück. Oftmals aber fällt einem irgendwann eine Sandwespe am Boden auf. Hier lohnt es sich, diese mit Abstand zu verfolgen. Zwischendurch lässt die Wespe die beute immer mal allein, steigt kurz auf, um sich zu orientieren. Dann heißt es: Warten!

Auch an der Röhre zeigt die Wespe wenig Scheu. Trotzdem halten wir als naturverbundene Fotografen Abstand. Obige Bilder sind mit dem Sigma 105mm 1:2,8 und der Nikon D300 entstanden. Die Wespe bewegt sich ziemlich schnell. Kurze Belichtungszeiten sind also mal wieder angesagt!

Zum Fotografieren legt man sich auf den Bauch, um direkt am Boden fotofrafieren zu können. Damit man anschließend nicht in die Waschstraße muss, kann man eine Folie o.ä. zwischen Bauch und Erdreich packen.