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Vobiko 4.88

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Kleine Fotoschule - Ein bischen Technik

Auflösung

Bei jeder Digitalkamera kann man die Auflösung einstellen. Grundsätzlich sollte man in der höchsten zur Verfügung stehenden Auflösung fotografieren. Man hat dann immer noch Reserven für Vergrößerungen und Ausschnittgestaltung.

Grundsätzlich reicht eine 3 Megapixel Kamera bereits für 10x15 cm Bilder aus. Je mehr Pixel die Kamera hat (Spiegelreflex noch ausgenommen, aber es geht auch schon los), desto mehr rauscht die Kamera (Störmuster in dunklen Flächen). Rauschen sieht so aus:

Rauschen bei Digitalkameras

Rauschen ist nichts weiter als ein elektrisches Geräusch. Man kann sich das wie folgt vorstellen: Auf einer gegebenen Fläche kann man 3 Megaferkel unterbringen. Das Gequieke bleibt im Rahmen. Bringt man jetzt aber auf der gleichen Fläche 7 oder 8 Megaferkel unter, entsteht mehr Gequieke, mehr Geräusch.

Moderne Kameras bügeln das Rauschen mit ausgeklügelten Filtern aus dem Bildern. Darunter leidet wiederum die Auflösung. Ist das nicht merkwürdig: Man packt mehr Megapixel auf den Chip (erhöht sie Auflösung) um anschließend das Rauschen mit Filtern zu entfernen (verringert die Auflösung). So ist das aber. Megapixel zählen, nicht die Bildqualität. Übrigens sind 6-10 Megapixel bei Kompaktkameras das Optimum.

Wie sollte man aber die Komprimierung einstellen und was ist das?

Die Komprimierung regelt, wie viele Aufnahmen man auf einer Speicherkarte unterbringen kann. Je stärker die Komprimierung, desto kleiner wird die Bilddatei. Dabei gehen allerdings viele Details verloren. Feinheiten kosten nämlich Platz! Wenn immer möglich, sollte man in der geringsten Komprimierungsstufe arbeiten. Die heißt meist: Fein (wegen den Feinheiten!).

Feine Kompression Starke Kompression

Links: Geringe Kompression (Fein), rechts: Hohe Kompression

Wir merken uns:

  • Je höher die Auflösung in Megapixeln bei gleicher Sensorgröße, desto mehr rauscht die Kamera und um so mehr werden Feinheiten durch Rauschfilter beseitigt
  • Immer in der höchsten Auflösung fotografieren
  • Immer die geringste Kompression benutzen: Stufe "Fein".

Die Blende

Blende: Blick ins Objektiv

Die Blende entscheidet, wie viel Licht in einer gegebenen Zeit auf den Sensor unserer Kamera fällt. Pauschal gesagt, funktioniert die Blende der Kamera wie unsere Pupille in Auge: Viel Licht: Blende zu, wenig Licht: Blende auf.

Mit der Blende kann man die Schärfentiefe beeinflussen. Mit der Schärfentiefe ist der Bereich gemeint, der vor und hinter dem Objekt, auf das man scharfgestellt hat, ebenfalls scharf erscheint. Je größer der Sensor ist, desto besser klappt das.

Eine große, also eine geöffnete Blende wird durch kleine Zahlen repräsentiert, also Blende 2,8 ist eine große Blende (große Öffnung), während Blende 16 eine kleine Blende (kleine Öffnung) ist. Nur nicht verwirren lassen!

Bei etwas teureren Kameras gibt es (meist auf dem Modusrad) den A-Modus: Blendenpriorität. Das A kommt aus dem Englischen und steht für Aperture. In diesem Modus kann man die Blende vorgeben und die Kamera wählt die Belichtungszeit. Ganz wichtig für Portraits, Makros, Panoramas und so weiter!

Wir merken uns:

  • Die Blende regelt, wie viel Licht auf den Sensor fällt
  • Blenden werden mit Zahlen angegeben, je kleiner die Zahl, desto größer die Blendenöffnung
  • Die Blendeneinstellung beeinflusst die Schärfentiefe
  • Für Portraits: Kleine Blendenzahl (taucht den Hintergrund in Unschärfe)
  • Für Landschaftsaufnahmen: Große Blendenzahl nehmen (so ist vom Vorder- bis zum Hintergrund alles scharf)

Die Belichtungszeit

Neben der Blende ist auch die Belichtungszeit eine wichtige gestalterische Größe. Wenn wir mit der Blende einstellen konnten, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt, können wir mit der Belichtungszeit einstellen, wie viel Licht wir in einer gewissen Zeit sammeln wollen.

Wir wissen ja: Wenn wir eine hohe Schärfentiefe erzielen wollen (Landschaftsaufnahme) müssen wir die Blende schließen. Damit kommt weniger Licht an. Damit das Foto nicht zappenduster wird, müssen wir eben mehr Licht sammeln - wir müssen länger belichten!

Man kann die Belichtungszeit nicht unendlich ausdehnen. Gab es früher beim Film den Schwarzschild-Effekt, so haben wir es heute mit Hotpixeln (bunte Punkte) und starkem Rauschen zu tun. Gute Kameras machen dann ein Dunkelbild. Auf diesem sind dann nur die Hotpixel zu sehen und werden aus dem fertigen Bild herausgerechnet.

Bei etwas teureren Kameras gibt es (meist auf dem Modusrad) den S-Modus: Zeitpriorität. Das S kommt aus dem Englischen und steht für Shutter, den Verschluss. In diesem Modus kann man die Zeit vorgeben und die Kamera wählt die passende Blende. Ganz wichtig für Sport, Konzert und Aktion!

Ferner beeinflusst die Belichtungszeit, ob wir verwackeln oder nicht. Bei Aufnahmen unter 1/30 Sek. mit Normalobjektiv neige ich so langsam aber sicher zum Verwackeln. Je nach Veranstaltung auch schon früher (kleiner Scherz...).

Noch einige Hinweise zu Belichtungszeiten für typische Situationen:

Beim Schach richten wir uns eher nach normalen Zeiten. Aber beim Badminton, Tennis, Tischtennis usw. müssen wir schnell werden! Belichtungszeiten unter 1/1000 Sekunden sollten wir hier anstreben. Das ist nicht immer einfach. Mal nachdenken: Aha, die Blende muss auf! Richtig, und zwar so weit es geht. Hier sind Besitzer von Objektiven mit Blendenöffnungen 1:2.8 klar im Vorteil. Falls es immer noch nicht reicht: Empfindlichkeit (ISO) hoch! ISO 800 ist oftmals ein Muss.

Für Mitzieher beim Motorsport, Rennveranstaltungen usw. nehmen wir (je nach Speed) eine Zeit im Bereich 1/200 - 1/30. Wird das dynamisch. Aber: Übung macht den Meister. Ist nämlich nicht ganz einfach.

Nachts belichten wir immer im Sekunden- bis Minutenbereich. Das wird hier besser erklärt.

Wir merken uns:

  • Die Belichtungszeit regelt, wie viel Licht auf dem Sensor gesammelt wird.
  • Action-Aufnahme: Super kurze Belichtungszeit &lt1/1000 Sek.
  • Bewegungsunschärfe: &gt1/60
  • Nachtaufnahmen &gt2 Sek - 10 Minuten
  • Lange Belichtungszeiten können das Rauschen erhöhen

Zusammenspiel zwischen Blende und Belichtungszeit

Das Zusammenspiel von Blende und Belichtungszeit (und dem Iso-Wert wenn wir es ganz genau nehmen) bestimmt, ob unser Foto richtig belichtet wird. Stellen wir es uns einen Wasserhahn und einen 10l Eimer vor. Korrekt gefüllt (Eimer) = Korrekt belichtet (Foto). Das Ventil im Wasserhahn ist die Blende.

Also: Blende stark geschlossen (Wasserhahn fast zu) = Wenig Licht kommt durch die Blende = Wenig Wasser! Das Wasser muss also länger fließen, um den Eimer zu füllen = Wir müssen länger belichten! Im Gegensatz dazu steht: Wasserhahn voll auf = Blende offen = viel Wasser bzw. Licht und der Eimer ist in kurzer Zeit voll = kurze Belichtungszeit!

Gute Kameras haben verschiedene Modi, um in dieses Zusammenspiel einzugreifen, zwei haben wir oben schon kennengelernt. Sie werden der Vollständigkeit halber noch einmal aufgeführt.

Modus P (Programmautomatik): Hier kann man passende Paare für Blende und Belichtungszeit einstellen. Macht sich gut, um zum Beispiel zwischen Portrait und Landschaftsgestaltung mal schnell umzuschalten.

Modus A (Blendenautomatik): Die Blende wird vorgegeben und die Kamera stellt die passende Belichtungszeit nach Aufnahmebedingung ein. Brauchen wir zum Beispiel für Makros.

Modus S (Zeitautomatik): Die Belkichtungszeit wird vorgegeben und die Kamera wählt die Blende. Toll für Sportaufnahmen!


Die Brennweite

Brennweitenangabe auf Objektiv

Die Brennweite steht meistens auf dem Objektiv in Form einer mm-Zahl oder mit der Angabe f verziert. Je größer die Zahl, um so mehr "vergrößert" das Objektiv, das heißt, man kann weiter Entferntes heranholen. Digitalkameras haben unterschiedliche Größen der Sensoren (der soogenannte Crop-Faktor) und so kann man die Brennweitenangaben an den Objektiven nicht mehr so richtig vergleichen. Aus diesem Grund setzt man die Brennweitenangabe meist in das 35mm Kleinbildformat um.

Brennweiten unter 50mm bezeichnet man als Weitwinkel, 50mm ist eine Normalbrennweite (entspricht ungefähr dem menschlichen Auge) und darüber spricht man vom Tele. Für Aufnahmen gilt: Kehrwert der Brennweite in mm (bei 35mm Kleinbild) ergibt die maximale Belichtungszeit für Aufnahmen aus der Hand!

Untenstehende Bildreihe zeigt das Bildfeld bei Brennweiten von 18mm, 35mm, 70mm, 135mm, 200mm, 400mm und 600mm.

Brennweite: 18mm Brennweite: 35mm Brennweite: 70mm Brennweite: 135mm Brennweite: 200mm Brennweite: 400mm Brennweite: 600mm

Die Brennweite hat durchaus eine gestalterische Komponente:

Weitwinkelbrennweiten dehnen die Perspektive, das heißt die Abstände zwischen Gegenständen werden gedehnt. Der Vordergrund wird überbetont. Deshalb fotografiert man auch keine Bewerbungsfotos mit einer Weitwinkelbrennweite, es sei denn, man braucht im nächsten Job den richtigen Riecher. Eine riesige Nase droht!

Telebrennweiten verdichten die Perspektive. Alles rückt zusammen.

Wir merken uns:

  • Die Brennweite regelt, wie nah man Entferntes heranholen kann, bzw. wie groß die Bildfläche ist, die man aufnehmen kann
  • Brennweiten unter 50mm sollte man nicht für Portraitaufnahmen benutzen, da der Fotografierte sonst eine unförmige Nase bekommt.
  • Brennweiten werden häufig mit ihrem 35mm Äquivalent angegeben, da die Sensorgröße einen Umrechnungsfaktor mitbringt

Das war es mit der Technik! Mehr muss man (vorerst) nicht wissen um seine Fotos etwas kritischer zu betrachten. Wenn das eine oder andere dazu beigetragen hat, dass der eine oder andere mal an dem einen oder anderen Parameter schraubt, sind wir zufrieden!